13.06.2005 / Ansichten / Seite 2

»Abstand zwischen oben und unten wird noch größer«

Parteien haben den Begriff »Gerechtigkeit« umdefiniert. »Mikroblick« bei Sozialreformen führt in die Sackgasse. Ein Gespräch mit Friedhelm Hengsbach

Kyrosch Alidusti

* Friedhelm Hengsbach ist Leiter des Oswald von Nell-Breuning Instituts für Wirtschafts- und Gesellschaftsethik

F: Sie haben den Begriff der »sozialen Gerechtigkeit« bei den Parteien untersucht. Was versteht man heute darunter?

Ich habe den Eindruck, daß die Frage der Gerechtigkeit sehr stark darauf zugeschnitten wird, was man politisch durchsetzen will. Die Verteilungsgerechtigkeit soll verabschiedet werden, an ihre Stelle tritt die Chancengleichheit in bezug auf Bildung und die Beteiligungsgerechtigkeit in bezug auf Erwerbsarbeit. Es heißt, sozial sei, was Arbeit schafft, und jede Arbeit sei besser als keine Arbeit. Damit gilt jede Arbeit als zumutbar und gerecht. Leistungsgerechtigkeit hat Vorrang vor der Bedarfsgerechtigkeit; die Marktgerechtigkeit hat Vorrang vor der Solidarität.

F: Unterscheiden sich hierin die Parteien?

Nein. Ich habe den Eindruck, daß sich die politische Klasse in der Formulierung dessen, was gerecht ist, einig ist. ...







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