06.05.2004 / Ansichten / Seite 2

Schweigsamer Sprecher

Die Bundeswehr versagt auf ganzer Linie: Wieso wird das Interview »eingestampft«?

Ralf Wurzbacher

An dieser Stelle sollte ursprünglich »ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums« zu den Übergriffen gegen die serbische Minderheit im Kosovo Mitte März und dem Verhalten der deutschen KFOR-Truppen Stellung beziehen. Das Interview wurde am Dienstag Vormittag telefonisch geführt und bis 15 Uhr dem Befragten zur Durchsicht vorgelegt. Gegen 16 Uhr verweigerte besagter Sprecher per Telefon vorläufig die Freigabe des Textes. Die Fragen seien verbal nicht in der »Schärfe« gestellt worden, wie sie in der Schriftfassung erschienen, lautete die erste Begründung. Der Vergleich zwischen Rohtext und Endtext ergab, daß dem nicht so ist. Später verwies der Interviewte auf die Unmöglichkeit, den Text in der Kürze der Zeit überarbeiten zu können. Er versicherte aber, das Interview bis spätestens Mittwoch, 16 Uhr, freizugeben. Am Mittwoch morgen hieß es dann, das Interview müsse »eingestampft« werden, weil sich Bundesverteidigungsminister Peter Struck noch am selbe...

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