21.02.2004 / Ausland / Seite 8

»Gefährliche« Völker

Warum die USA im Nahen und Mittleren Osten keine Demokratie wollen

Mumia Abu-Jamal

»Wir wollen kein Imperium sein... Wir sind nicht imperialistisch. Wir waren es nie«, behauptete US-Verteidigungsminster Donald Rumsfeld am 28. April 2003 gegenüber dem Fernsehsender Al Dschasira. Diese Erklärung muß in vielen Ländern des Nahen und Mittleren Ostens schallendes Gelächter ausgelöst haben. Die arabische Bevölkerung – insbesondere ihre gebildeten Eliten – weiß mehr über die US-Außenpolitik und die Geschichte als die Mehrheit der US-Bevölkerung. Rumsfeld konnte so etwas getrost sagen, weil er weiß, daß seine Landsleute nur eine mangelhafte, oberflächliche Bildung vermittelt bekommen und nicht viel über die US-Geschichte wissen. Dennoch mußte selbst ein neokonservativer Denker wie Max Boot vom Rat für Auswärtige Beziehungen einräumen, daß Rumsfelds Aussage nicht stimmte. Er erklärte: »Die Vereinigten Staaten sind mindestens seit 1803 ein Imperium, seit Thomas Jefferson das Territorium von Louisiana einnahm. Während des 19. Jahrhunderts«, so Boot...

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