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06.11.2019 / Geschichte / Seite 2 (Beilage)

Ökonomische Atombombe

Eine kurze Chronik der Zerstörungen durch Währungsunion, Treuhand und den Kampf um ostdeutsche Immobilien

Arnold Schölzel

Kern der Konterrevolution war in allen sozialistischen Ländern die Privatisierung des Eigentums an den großen Produktionsmitteln. Dieser Prozess wurde seit Herbst 1989 von der Regierung Helmut Kohls (CDU) in Bonn planmäßig vorangetrieben und der DDR aufgezwungen. Das wichtigste Instrument war die Einführung der D-Mark in die DDR. Der britische Guardian bezeichnete die Währungsunion 1991 als »ökonomische Atombombe«.

In der DDR wurde noch ein zweites Instrument verwendet, um die Bevölkerung zu enteignen: die sogenannte Rückübertragung von Grundstücken und Gebäuden. Eine kurze Chronik:

22. November 1989: Dreizehn Tage nach der Grenzöffnung legt das Direktoriumsmitglied der Bundesbank, Claus Köhler, einen Plan für eine Währungsreform vor. Praktisch gleichzeitig skandiert die hessische CDU in Leipzig auf Montagsdemonstrationen »Wir sind ein Volk«.

26. Januar 1990: Der Referent im Bundesfinanzministerium Thilo Sarrazin (SPD) erhält von seinem Vorgesetzten, Staa...

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