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10.10.2018 / Feuilleton / Seite 16 (Beilage)

Eine Kindheit, die nie vergeht

Wehmut, Weltuntergang und wiedergefundene Träume: Naoki Urasawas Mangaklassiker »20th Century Boys« wird neu aufgelegt

Michael Streitberg

Man wagte es kaum zu hoffen: 16 Jahre nach der deutschen Erstveröffentlichung von Naoki Urasawas Manga­epos »20th Century Boys« startet der Panini-Verlag einen zweiten Versuch. Seinerzeit verkauften sich die (inklusive Spin-Off) 24 Bände mehr schlecht als recht; das Publikum für Mangas, die sich an erwachsene Leser richten, war damals schlicht zu klein.

Die verhältnismäßig wenigen Leser der ersten Ausgabe jedoch verknüpfen mit dem Manga, in dem das Motiv der Nostalgie in all seiner Ambivalenz eine wichtige Rolle spielt, ihrerseits nostalgische Erinnerungen. Der Autor dieses Artikels etwa denkt an einen Comicverkäufer, der sich das Logo der Serie auf den Unterarm tätowieren ließ. Wer sich damals für Manga als Kunstform begeisterte, las mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit »20th Century Boys«. Trafen sich zwei Eingeweihte, kam man schnell ins Gespräch – beziehungsweise ins Schwärmen.

Der Enddreißiger Kenji, eine von mehreren Hauptpersonen, wird in den ersten K...

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