01.09.2018 / Ausland / Seite 4 (Beilage)

Neokolonial erzeugte Geister

Neokolonialismus und Dschihad in Mali: Das »zweite Afghanistan« liegt in Westafrika. Deutschland dringt kriegerisch in die Sahelzone vor

Gerd Schumann

Das Land gleicht einem »Scherbenhaufen«, wie die französische Monatszeitung Le Monde diplomatique im Juli 2018 schrieb. In seinem sechsten Jahr, Ende nicht absehbar, findet der Krieg um Mali an vielen, wechselnden Fronten statt. Die bis zu 13.000 »Blauhelme« der UN-Mission »Minusma« – das »s« steht für »Stabilisierung« – haben sich weitgehend in ihren Stützpunkten verschanzt und versuchen, nicht zu Schaden zu kommen. Bisher starben 170 von ihnen, so viele wie bei keinem anderen Einsatz der Vereinten Nationen.

Die wachsende Stärke der zusammengeschlossenen Dschihadistengruppen sowie eine grauenvolle Verelendung münden absehbar in ein »zweites Afghanistan«. 58 Jahre nach der zunächst von Hoffnung und Zuversicht getragenen Unabhängigkeit droht dem westafrikanischen Binnenstaat der dauerhafte Niedergang. Wahlen wie jüngst im August zur Präsidentschaft geraten zur Farce, wenn sich im zweiten Wahlgang nur noch jeder dritte offiziell Stimmberechtigte beteiligt u...

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