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22.08.2018 / Feuilleton / Seite 8 (Beilage)

Aussterbende Art

Obwohl die Biodiversitätsforschung jede Menge zu tun hätte, steckt das Fach in der Krise. Die Disziplin ist Opfer marktorientierter Wissenschaftspolitik

Andreas Wessel

Wir zerstören, was wir bisher nicht einmal benennen können. Während sich die Rodungsfeuer auf breiter Front durch die letzten Regenwälder fressen und gigantische Bodenschleppnetze die Tiefsee nach Rohstoffen umpflügen, streiten sich die UN-Staaten seit Jahren um den »Zugang zu genetischen Ressourcen und gerechten Vorteilsausgleich« bei der Ausbeutung national eingehegter Biodiversität, wie es im Nagoja-Protokoll heißt, dem internationalen Umweltabkommen zur Umsetzung der Ziele der UN-Konvention über biologische Vielfalt von 2014.

Der Bär jedoch, um dessen Fell dort heftig gerungen wird, ist nicht nur längst noch nicht erlegt, sondern seine ganze Existenz ist mehr Vermutung als Wissen. Seriöse Schätzungen, wie viele Tierarten auf unserem Planeten existieren, liegen zwischen fünf und 50 Millionen. Noch bedenklicher als diese erstaunliche Unkenntnis ist es, dass auch die Zahl der wissenschaftlich beschriebenen Arten nur geschätzt werden kann – es sind etwa 1...

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