20.06.2018 / Feuilleton / Seite 6 (Beilage)

»Fast alle reden von Natur und heiler Welt«

Über gute Weine für alle, den technischen Fortschritt, Subventionen und die Tücke der Genossenschaften. Ein Gespräch mit Reinhard Löwenstein

Daniel Bratanovic

Vor einigen Jahren haben Sie sich in Ihrem Buch »Terroir. Weinkultur und Weingenuss in einer globalen Welt« für den »Terroirwein« und gegen den »Industriewein« ausgesprochen, schreiben jedenfalls die Rezensenten …

Ja, das haben viele so geschrieben – ich selbst allerdings nicht. Es ist das alte Problem, dass viele Journalisten oft über sich selbst schreiben, also ihre eigenen Projektionen zu Papier bringen. Im Buch habe ich das Gegenteil geschrieben und den von mir sehr geschätzten Karl Marx zitiert, der die Industrialisierung als die »zivilisatorische Mission des Kapitals« bezeichnet hat. Die Tatsache, dass es Industrieweine gibt, begeistert mich. Man kann mit industriellen Methoden Weine erzeugen, die erstens preiswert und zweitens bekömmlich sind. Das ermöglicht weniger begüterten Menschen, die früher von Weingenuss völlig ausgeschlossen waren, einen Zugang zu diesem Produkt. Es ist wie mit der Musik. Zu Zeiten, als es bloß Kammermusik gab, blieb sie r...

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