15.03.2018 / Feuilleton / Seite 23 (Beilage)

Eine afrikanische Moderne

Ein Band über den senegalesischen Präsidenten Senghor und die Widersprüche eines nachkolonialen Universalismus

Kai Köhler

Dichter, Kunsttheoretiker, Politiker: Léopold Sédar Senghor, nach der Unabhängigkeit des Senegal 1960 dessen erster Präsident, war eine vielseitige Persönlichkeit. Die Erinnerung an ihn ist mit einem Schlagwort verbunden, der Négritude. Das klingt heutzutage seltsam, wo man in manchen Kreisen nicht mehr sagen darf, dass man »Neger« nicht mehr sagen darf, weil man es damit ja doch ausspräche; und verschämt vom »N-Wort« murmelt, und alle denken …

Das Wort ist rassistisch geworden; und doch ist es kaum ein halbes Jahrhundert her, dass in Dakar, der Hauptstadt des Senegal, 1966 das »Erste Weltfestival der Negerkünste« gefeiert wurde und dies als Zeichen des kulturellen Aufbruchs Afrikas galt. Es war dies, jedenfalls in der Perspektive Senghors, ein Aufbruch, der durchaus universalistisch konzipiert war. Ein Schlüsselwort der Négritude lautete Assimilation. Nur bedeutete es nicht das, was man meist darunter versteht: dass Einwanderer in Europa sich gefälligst ...

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