15.03.2018 / Feuilleton / Seite 22 (Beilage)

Wille zum Problem

Zu Daniel H. Rapoports Essayband »Anteil des Redens an der Affenwerdung des Menschen«

Felix Bartels

Wer nach dem Thema dieses Buchs fragt, wird nicht glücklich werden. Es hat nicht eins, es hat viele. Sechs stattliche sowie drei kurze Essays, und den roten Faden findet nur, wer ihn schon kennt.

Es ist die Breite und Verschiedenheit, das Überraschende und Ungewöhnliche, worin Rapoports Denken fruchtbar wird. Er denkt systemisch, hat aber kein System. Er baut vielmehr mit jedem Text ein neues. Wichtiger als eines zu haben ist ihm, eins hervorbringen zu können. Nichts anderes bezeigen das Buch, wenn es bald um das Entstehen von Ressentiments, bald um Sprache, Messfieber, Fortschritt, Kunst oder Gott geht. Das Umblättern der Seiten macht einen Wind von Friedell, Kraus, Lichtenberg, aber das ist nur Geklingel. Es ist bekannt, dass sie Rapoports Vorbilder sind, und dass sein Schreiben an sie erinnert, folglich kein Zufall. Das Wesentliche aber, der rote Faden, gehört ganz ihm.

Der Titel des Buchs bezieht sich auf den zweiten Essay: »Blöd, dass wir drüber gere...

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