15.03.2018 / Feuilleton / Seite 11 (Beilage)

Zweifamilienhaus

Zwei Bücher des israelischen Schriftstellers und Friedensaktivisten Amos Oz erklären nicht alles, aber sehr viel

Stefan Gärtner

Amos Oz’ Aufsatzband »Liebe Fanatiker«, der drei im Jahr 2002 an der Universität Tübingen gehaltene Vorträge vereint, beginnt mit Kalenderweisheit, etwa »dass alles zwei Seiten hat. Es gibt Auseinandersetzungen, die sich nicht in ein Schwarz-Weiß-Schema pressen lassen«, wovon Fanatiker freilich nichts wissen (wollen). Am Ende des Bandes bemerkt der Leser, dass derlei nicht halb so banal ist, wie es klingt, wenn nämlich der »Fanatismus der extremistischen Siedler« dem »Dogmatismus der antizionistischen Linken« entgegengestellt wird. Beide sind Oz so unerträglich wie jedem, der sich als israelfreundlich oder sogar prozionistisch versteht, sofern es sich um den ausdrücklich »linken Zionismus« handelt, den Oz, meistübersetzter Schriftsteller Israels und Autor des Welterfolgs »Eine Geschichte von Liebe und Finsternis«, vertritt: »Mein zionistischer Ansatz ist schon seit Jahren ganz einfach: Wir sind nicht allein in diesem Land. Wir sind nicht allein in Jerusal...

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