15.03.2018 / Feuilleton / Seite 4 (Beilage)

»Darüber steht kaum was in der Zeitung«

Über rassistische Gewalt Anfang der 90er und heute, den Roman »Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß« und wie er sich verkauft. Gespräch mit Manja Präkels und Jörg Sundermeier

Alexander Reich; Ronald Weber

»Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß« erzählt von Jugendlichen, die in einer brandenburgischen Kleinstadt Anfang der 90er von Neonazis terrorisiert werden. Seit etwa einem halben Jahr ist der Roman im Handel. Wie viele Exemplare wurden verkauft?

Jörg Sundermeier: Ungefähr 3.000, wir drucken gerade die dritte Auflage.

Ein seltener Erfolg für den Verbrecher-Verlag?

J. S.: Die 5.000er-Marke haben wir öfter erreicht. Bei Anke Stelling, »Bodentiefe Fenster«, waren es 10.000 und dann noch mal 5.000 Taschenbücher.

Was lässt sich über die Leser sagen?

Manja Präkels: Bei den Lesungen gibt es spannende Debatten zwischen Leuten, die die frühen 90er erlebt und noch in den Knochen haben: Wer kann sich woran erinnern beziehungsweise warum nicht?

J. S.: Im Osten werden viele Lesungen gebucht und im Nordwesten, nur im Süden klappt das bisher kaum.

Weil Nazigewalt dort als Ostproblem gilt?

M. P.: Bei Lesungen im Westteil des Fichtelgebirges oder in Bayreuth konnten die ...

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