15.03.2018 / Feuilleton / Seite 3 (Beilage)

Wie hältst du’s mit der DDR?

Birgit Seebers »Nacht über Gotha« ist mehr als ein historischer Ostkrimi

Annette Riemer

Reale Ereignisse fiktional darzustellen ist ein äußerst heikles Unterfangen, denn das Dargestellte wird dabei nicht nur gedeutet, sondern zwangsläufig auch entfremdet: Das Tatsächliche fungiert plötzlich als literarischer Stoff, der jeder Wirklichkeit enthoben ist. Aber ganz so einfach ist es mit der künstlerischen Freiheit auch wieder nicht, denn zwar ist die Fiktion selbst eine Erfindung des schaffenden Autors. Doch die historische Grundlage ist Allgemeingut, dessen Besitzer – vor allem, wenn sie Zeitzeugen sind – nicht jede Interpretation und Literarisierung gutheißen.

Wer sich in dieser schwierigen Gemenge­lage der Gunst der Leserschaft versichern möchte, schmückt sein Werk mit einem Kriminalfall. Regionalkrimis sind im Trend, historisch inspirierte Literatur sowieso – und wenn dann noch die Wirklichkeit keine Lösung des Falls bereithält, sind der Fiktion keine Grenzen mehr gesetzt.

So auch bei dem Kunstraub in Gotha, der sich im Dezember 1979 ereigne...

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