01.11.2017 / Geschichte / Seite 11 (Beilage)

Peinliches Erbe

Wie Russland heute an die Oktoberrevolution erinnert

Reinhard Lauterbach

Der 7. November ist in Russland schon lange kein Feiertag mehr. Jedenfalls nicht mehr der, der er lange Jahre war: der Jahrestag der Oktoberrevolution, begangen mit einer Militärparade auf dem Roten Platz und jeder Menge roter Fahnen im öffentlichen Raum. 1996 schaffte Boris Jelzin ihn ab, aber nur zur Hälfte: Ein Feiertag blieb das Datum, nicht zuletzt, weil der arbeitsfreie Tag, gern zur Verlängerung des Wochenendes genutzt, als sozialer Besitzstand gilt. Nur sollte es jetzt der »Tag der Einheit und Versöhnung« sein. Weil das nicht so richtig begeisternd war, schaffte die Staatsduma schon unter Wladimir Putin 2005 den 7. November als gesetzlichen Feiertag ab, führte aber in unmittelbarer zeitlicher Nähe einen anderen Feiertag neu ein – den »Tag der Einheit des Volkes« zum Gedenken an einen Aufstand, in dem 1612 Moskauer Bürger und Handwerker polnische Truppen aus der Hauptstadt vertrieben. Klassenübergreifend patriotisch, das gefällt jeder Herrschaft.

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