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20.09.2017 / Betrieb & Gewerkschaft / Seite 8 (Beilage)

Keine Stunde weniger

Im Vierteljahrhundert seit der Zerschlagung des Sozialismus haben deutsche Beschäftigte kaum Fortschritte bei den Arbeitszeiten erreichen können

Johannes Supe

Geht es um Fortschritte bei der Dauer der Arbeitszeit, lassen sich auch kleinste Fortschritte von Beschäftigten und Gewerkschaften erst nach Jahren erreichen. Deutlich geht das aus dem »Arbeitszeitkalender 2017« hervor, den das zur gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung gehörende Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut bereits im Juli veröffentlicht hat – und der weitgehend unbeachtet blieb. Das Papier weist die (ernüchternde) Entwicklung der in Tarifverträgen vereinbarten Arbeitszeiten aus. So lag die in den Regelungen festgehaltene Wochenarbeitszeit 1991 – also nach dem Anschluss der DDR an die BRD – im Schnitt bei 38,6 Stunden. 2016 waren es dann 37,7 Wochenstunden. In 25 Jahren haben sich die Beschäftigten über Tarifverträge also 0,9 Stunden mehr Freizeit pro Woche erkämpft. Das sind 54 Minuten.

Weiterhin gilt auch: Im Osten wird länger gearbeitet als im Westen. Während 1991 in den alten Bundesländern 38,1 Wochenstunden verabredet waren, l...

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