Hände weg von Venezuela! Solidaritätsveranstaltung am 28. Mai
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11.02.2017 / Geschichte / Seite 6 (Beilage)

Warum immer ich?

Mehr als Windmacherei fürs Fahnenflattern: Über die Arbeit als Journalist in der Jungen Welt zu DDR-Zeiten und danach

Frank Schumann

»Frank, warum immer du!« Mit diesem Satz, in welchem erkennbar Unmut mitschwang, zog mich der Chefredakteur in sein Büro in der 9. Etage im Hause des Berliner Verlages. Dann schloss er hinter mir die Tür, was selten geschah – Hans-Dieter Schütt, in der Redaktion von allen nur »Schütti« gerufen, pflegte immer offen zu sein. Hinter versperrter Tür wurden gemeinhin nur wirklich wichtige Dinge verhandelt.

Ich musste wohl zu einer wichtigen Sache geworden sein.

Und in der Tat: Es lag eine Hausmitteilung aus dem Hohen Hause vor. Der 1. Sekretär der SED-Kreisleitung Jessen hatte mich bei E. H. angeschwärzt, indem er in einem offiziellen Schreiben an den Generalsekretär mich mangelnder Parteilichkeit zieh. Nun also sollte der Chefredakteur dem Genossen Parteijournalisten gefälligst die Ohren und die Hammelbeine langziehen.

Der Anlass: Ich hatte auf einer ganzen Seite am 11. April 1986 in der Jungen Welt über ein vergessenes, nicht dokumentiertes KZ-Außenlager am Ran...

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