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01.06.2016 / Feuilleton / Seite 2 (Beilage)

Das moderat Säuische

Gegen die arschverkniffene Duckmäusersprache: Das Einüben des wohldosierten Gebrauchs von Schimpfwörtern und Zoten gehört zum familiären Bildungsauftrag

Frank Schäfer

Vor einigen Jahren fuhr ich ein paar Kindergartenkinder zu einem Geburtstag. Sie erzählten sich Kinderwitze. Carolin, das einzige Mädchen an Bord, hatte einen größeren Bruder, war ein Jahr älter und vielleicht auch durch ihre exponierte Stellung besonders laut und ausgelassen. Sie traute sich am meisten, und dass ein Erwachsener, also ich, zuhörte, schien sie nur noch mehr anzuspornen, als wollte sie mir mal richtig zeigen, was eine idiomatische Harke ist. Zunächst mal kamen die alten Sprüche an die Reihe.

»Sag mal Tomate!« forderte sie mich auf. Ich tat ihr den Gefallen. »Tomate.« »Dein Pimmel kann Karate.« Die Jungs schütteten sich aus, lachten sich geradezu scheckig über diesen kleinen Exkurs in Koprolalie. Sie hatte jetzt Blut geleckt. »Sag mal Klettergerüst!« »Frag mal jemand anderen«, wollte ich ablenken, aber die Jungs johlten. »Neeein, du sollst!« »Also gut … Klettergerüst.«

»Du hast ’ne nackte Frau geküsst.« Es gab jetzt kein Halten mehr. »Sag mal ...

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