10.02.2016 / Feuilleton / Seite 3 (Beilage)

Halbe Kraft voraus

Nicht ganz von gestern. Kubas Hauptstadt ist Schrittmacher des Wandels

Peter Steiniger

Hoch die Faust! An einem rustikalen Zweigeschosser am Beginn des Malecóns, der berühmten Uferstraße in Havanna, begrüßt den Spaziergänger die rote Fahne mit Hammer und Sichel. Im warmen Wind, der von der See herüberweht, flattert frisch und weit sichtbar das Tuch des großen Mutterlands der Werktätigen. Wird hier den abgeblätterten Losungen an den Mauern ein weiteres Bekenntnis hinzugefügt, dass die kommunistischen Ideale im kleinen Kuba fortleben? Tranquilo. Marx, Engels, Lenin, dazu noch ein paar Zaren, sagen hier einfach mal »Sa sdorowje«. Auch wenn sich das kleine Restaurant im Retro-Schick nach Sowjetart, das so Flagge zeigt, »Nazdarovie« nennt. Es gibt das Übliche: Bohnen, Reis und Huhn. Aber auch feinen Ka­viar oder Blinis. Zum Runterspülen kann man vom Rum zum Wodka wechseln. Die Rechnung wird, wie bei allem, was von der Norm nach oben abweicht, in Touristendollar, dem konvertiblen Peso (CUC), beglichen. Retro wirkt so einiges in Kubas Hauptstadt,...

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