Gegründet 1947 Donnerstag, 27. Juni 2019, Nr. 146
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11.11.2015 / Titel / Seite 5 (Beilage)

Champagner des kleinen Mannes

Ein Lob der Weinschorle

Till Reiners

Ich muss gleich zu Beginn zwei Dinge gestehen, denn wir reden hier über Alkohol, und eine berauschende Nacht ist immer nur so gut wie die Geständnisse, die sie entlockt. Erstens: Ich weiß nicht, wieviel Weißweinschorle ich in meinem Leben schon getrunken habe, und ich will es nicht wissen. Es war zu viel, soviel ist klar – und das liegt wohl an meinen zwei Lebensmottos, die da lauten: »Schörlchen geht immer« und »Was soll passieren«. Geständnis Nummer zwei: Ich habe anfangs Weißweinschorle aus der Not heraus getrunken, weil ich gemerkt habe, wie dick ich durch Bier werde. Tatsächlich habe ich abgenommen, nachdem ich auf Weinschorle umgestiegen bin. Aber was als Vernunftehe begann, wurde Liebe. Doch zunächst wollen wir nüchtern bleiben.

Bei Weinschorle geht es um mehr als ein Getränk. Es geht um Grundsätzliches. Die Weinschorle ist das letzte Aufbegehren im Kampf gegen die Diktatur der Coolness, die auf dem Schulhof begann. Damals gehörte man dazu, wenn man...

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