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28.10.2015 / 0 / Seite 7 (Beilage)

Kapitalistische Bildungsinteressen

Konzerne wollen auch bei Akademikern die Löhne senken. Neoliberaler Angriff aufs Hochschulwesen kommt im sozialdemokratischen Gewand daher

Simon Zeise

Der Klassenkampf macht auch vor der Hochschule nicht halt. Die Auseinandersetzung zwischen Kapital und Arbeit, von der die kommenden Akademiker betroffen sind, bringt das Memorandum 2015 der Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik auf den Punkt: »Nicht erst seit der Finanzkrise suchen die dominanten Kapitalfraktionen in Deutschland nach Möglichkeiten der Erhöhung der Profite über eine Senkung der Akademikerlöhne.« Ziel der Unternehmensseite sei es, ein »Adult-Worker-Modell« zu etablieren. Alle Erwachsenen sollen hiernach einer Erwerbsarbeit nachgehen, allerdings unter neoliberalen Bedingungen. »Brachliegende Arbeitskraftpotentiale« sollen für den Markt bereitgestellt und in die akademische Reservearmee zur Absenkung des Lohnniveaus eingegliedert werden, so das Fazit der »Memorandum-Gruppe«, in der Gewerkschafter und Wirtschaftswissenschaftler jährlich einen Gegenentwurf zum Gutachten der »Wirtschaftsweisen« erarbeiten.

Konservative Bildungsvorstellun...

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