Gegründet 1947 Freitag, 18. Oktober 2019, Nr. 242
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14.03.2013 / 0 / Seite 9 (Beilage)

Adorno stand drauf

Mein Leid mit der Suche nach der verlorenen Zeit

Katja Kullmann

Porzellanfiguren und Damasttischdecken. Lampenschirme und Seidenkissen. Einstecktücher und Operngläser. Kiefern, Eiben, Birken. Lilien, Fresien, Schilfgras. Trauerweiden und wilde Erdbeeren. Selbstverständlich auch Goldbrokat und Kristallgläser. Und zwar en detail. Außerdem: Kopfweh. Magengrimmen, Schlafstörungen, Liebeskummer und ganz viel Kindheit: Süßgebäck und Muttergeruch. Liegen und denken. Vielmehr: sinnieren. Beziehungsweise: assoziieren. Also: liegen und vor sich hin träumen und schon wieder, also wirklich ständig, Kopfweh haben, was daher kommt, daß man sich an überflüssigem Zeug wie Interior Design herrlich wund denken kann, wenn man nur will – bis die Dinge eventuell aus sich selbst sprechen. Schönheit! Stil! Schmerz! Ein durchästhetisierter Sumpf von Innerlichkeit: So stelle ich mir Marcel Prousts »Auf der Suche nach der verlorenen Zeit« vor. Sieben Bände, die als einer der Schlüsselromane des 20. Jahrhunderts gelten. A...

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