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22.02.2006 / 0 / Seite 4 (Beilage)

Mit dem Rücken zur Wand

Einer vom Karrierismus unterwanderten ungarischen KP fehlte die innere Kraft zur Bewältigung der Krise

Von Werner Pirker

Es war am 23. Oktober 1956, als sich in Ungarn Protestaktionen der Studenten zu einem Volksaufstand ausweiteten. Die regierende kommunistische Partei stand mit dem Rücken zur Wand. Sie hatte jeden Rückhalt in der Bevölkerung verloren. Auch die Klasse, in deren Namen sie herrschte, erhob sich gegen das ungeliebte System. Die Abschaffung kapitalistischer Eigentumsverhältnisse in Ungarn war nicht im Ergebnis eines revolutionären Umsturzes, sondern von oben erfolgt. Die Macht, die die ungarischen Kommunisten ausübten, war ihnen von der Roten Armee verliehen worden. Sie konnten sie deshalb aus eigenen Kräften auch nicht verteidigen.

Nach dem Sieg über den Faschismus gab es auch im Land an Donau und Theiß starke Bestrebungen nach radikalen Veränderungen, nach einer Abrechnung mit den Besitzerklassen, die für Diktatur und Krieg verantwortlich waren. Doch es gab keine in den Volksmassen tief verwurzelte kommunistische Partei und deshalb auch keine authentische ...

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