12.10.2005 / 0 / Seite 13 (Beilage)

Umbau mit der Abrißbirne

Mit Etikett »Bologna« versehene Umgestaltung des Hochschulsystems ist das Gegenteil einer progressiven Bildungsreform. Transparenz und demokratische Kontrolle unerwünscht

Nele Hirsch

Durch den sogenannten Bologna-Prozeß soll bis zum Jahr 2010 ein einheitlicher europäischer Hochschulraum entstehen. Im Zentrum der Strukturreform steht die Umstellung auf die Studiengänge Bachelor und Master (letzterer baut auf ersterem auf) nach angelsächsischem Vorbild, womit eine bessere Vergleichbarkeit der Abschlüsse erreicht werden soll. Angesichts der mit gewaltigem Tempo forcierten Umbaumaßnahmen mehren sich inzwischen die Klagen, daß die hergebrachten Studiengänge lediglich umetikettiert würden und keine wirklich inhaltsorientierte Reform erfolge. Die Kritik ist berechtigt, greift allerdings zu kurz. Studieninhalte und -formen werden durchaus umgestaltet, allerdings ohne die nötige Transparenz und demokratische Kontrolle. Damit werden progressive gesellschaftliche Ziele konterkariert.

Politik und Wirtschaft preisen die neuen Studiengänge wegen ihres erhöhten »Praxisbezugs«. Wer sich in Akkreditierungsverfahren für die neuen Studie...

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