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10.09.2003 / 0 / Seite 14 (Beilage)

Neoliberaler Startputsch

Die faschistische Diktatur in Chile war Experimentierfeld für die heute weltweit herrschende »freie« Marktordnung

Jens Holst

Mit ihren wirtschaftspolitischen Maßnahmen hatten Präsident Allende und seine Regierung der Volkseinheit zwei übermächtige Gegner herausgefordert. Das heimische Unternehmertum sah seine Privilegien und Pfründe in Gefahr, und die Imperialmacht USA sorgte sich um die Ordnung im angeeigneten Hinterhof. Niemand konnte damals ahnen, daß es um viel mehr ging, als die überkommenen Machtverhältnisse festzuzurren und jeden weiteren Versuch eines Systemwechsels zu vereiteln. Die selbsternannten Machthaber hatten Höheres im Sinn: Chile geriet zum Experimentierfeld für einen wahrlich revolutionären Gesellschaftsumbau.

Kaum beachtet, begann in dem langgestreckten Andenstaat der globale Siegeszug des marktradikalen Wirtschaftsmodells, das sich mittlerweile scheinbar konkurrenzlos ausbreitet und kein Land dieser Erde verschont. Unter den Bedingungen einer autoritären Militärregierung übertrugen die Wirtschaftstechnokraten aus der Chicagoer Schule des späteren Nobelpr...

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