Schwarzer Kanal
Gegründet 1947 Montag, 18. November 2019, Nr. 268
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10.09.2003 / 0 / Seite 12 (Beilage)

»Chile leidet an einem konservierten Trauma«

Gespräch mit Gladys Marin über den Putsch und den Widerstand, die internationale Solidarität und die Nutznießer der Diktatur von General Pinochet

Interview: Harald Neuber

F: Im August 1973 haben Sie an den Weltfestspielen der Jugend und Studenten in Ostberlin teilgenommen. Ahnten Sie damals, welche dramatischen Ereignissen in Chile bevorstanden?

Absolut nicht. Wir kamen mit einer sehr großen Delegation nach Berlin und wurden mit Begeisterung empfangen. Die Stimmung auf beiden Seiten war sehr kämpferisch und voller Hoffnung. Ich hatte eine Grußadresse des großen chilenischen Poeten Pablo Neruda dabei, die ich voller Pathos und unter tobendem Applaus verlas. Diese Tage im August waren voller Visionen und getragen von dem guten Gefühl, nicht alleine zu sein. Wir sprachen mit Jugendlichen aus Lateinamerika, Europa, Afrika und Asien, ließen uns von ihnen die Erfahrungen ihrer politischen Arbeit schildern.

F: Welche Bedeutung hatte Chile damals für die übrigen Teilnehmer dieses Festivals progressiver Kräfte?

Natürlich kann ich nicht für alle sprechen. Aber ich hatte den Eindruck, daß das Projekt der »Unidad Popu...





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