Gegründet 1947 Sa. / So., 6. / 7. Juni 2020, Nr. 130
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16.07.2003 / 0 / Seite 12 (Beilage)

Hauptsache, im Mainstream?

Ein neuer Begriff für Frauenpolitik als Querschnittsaufgabe auch bei den Gewerkschaften

Gisela Notz

Jede Organisation, die etwas auf sich hält, hat sich dem Gender Mainstreaming (GM) verschrieben. An Beschlüssen fehlt es nicht. Doch was passiert jenseits von Satzungsänderungen und sogenannten Sonntagsreden? Der Europäische Gewerkschaftsbund (EGB), der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und zahlreiche Einzelgewerkschaften haben Beschlüsse gefaßt und das staatliche Konzept einer von oben verordneten Gleichstellung übernommen. Viele Gewerkschaften wollen GM zur »Alltagsarbeit« werden lassen und den Frauenanteil auch in den anderen Verhandlungsrunden erhöhen. Für Schulungen von Betriebsräten und Tarifkommissionsmitgliedern wurden eigens dafür Bausteine entwickelt. In einigen Einzelgewerkschaften und Landesbezirken sollen betriebsbezogene geschlechtsspezifische Analysen erstellt werden. Bei jeder Konferenz macht der Begriff weiter Karriere. Überall wird »gegendert«, dennoch lassen greifbare Ziele traditioneller Gleichstellungspolitik na...

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