Gegründet 1947 Sa. / So., 23. / 24. Februar 2019, Nr. 46
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16.04.2003 / 0 / Seite 10 (Beilage)

Überraschende Vielfalt

Das jW-Weinteam testete trockene Gutedel aus Baden und Thüringen

Chasselas klingt ziemlich hip, Gutedel dagegen altbacken provinziell. Schmecken tun sie sicherlich ziemlich ähnlich, denn es handelt sich um einunddieselbe Rebsorte. Doch im Zeitalter der imagegesteuerten Weinmoden abseits des realen Geschmacks hat es der Gutedel außerhalb seiner Heimat im badischen Markgräflerland ähnlich schwer wie die wenig weltmännisch klingenden Grauburgunder und Weißburgunder, die sich als Pinot Grigio oder Pinot Blanc viel besser vermarkten lassen. <br /> <br /> Den bodenständigen Markgräflern ist das einigermaßen egal. Seit Jahrhunderten schlotzen sie ihren kernigen Gutedel als Tischwein an der heimischen Tafel und in der Gaststätte. Und längst haben etliche ambitionierte Winzer das Stadium des recht neutralen Massenweins, als der Gutedel meistens abgefüllt wird, verlassen und produzieren überaus reizvolle kernige Weine, durchgegoren und mit milder Säure sowie leicht nussigen Aromen. <br /> <br /> Einen...

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