Kauf im Kiez! Zum jW-Kioskfinder >
Gegründet 1947 Dienstag, 19. Oktober 2021, Nr. 243
Die junge Welt wird von 2589 GenossInnen herausgegeben
Kauf im Kiez! Zum jW-Kioskfinder > Kauf im Kiez! Zum jW-Kioskfinder >
Kauf im Kiez! Zum jW-Kioskfinder >
23.06.2021 16:23 Uhr

Von Verfassungsfeinden bedroht

Wie man ein Grundgesetz schleift und dessen Verteidigern den Nährboden entziehen will

Der Kurt-Tucholsky- und Journalistenpreisträger Otto Köhler schrieb im Mai 2019 zwölf Texte zu Entstehung und Wandel des Grundgesetzes in der Tageszeitung junge Welt. In der Broschüre vereinigt, wird der rote Faden sichtbar, der alle Artikel durchzieht: Es ist eine Geschichte des Einflusses ehemaliger Nazis und ihrer Nachfolger. Es geht um Wiederbewaffnung, Gleichberechtigung in der Bundeswehr, Verfassungsschutz und Anschluss der DDR. Köhler skizziert Grundgesetzänderungen zum Nachteil von Grundrechten der Menschen, sei es das Asyl, sei es das Enteignen von Privateigentum.

Die junge Welt hat sich wegen jahrelanger Behinderung ihrer Verbreitung mit einem Protestschreiben an die Bundestagsparteien gewandt. Presse- und wettbewerbsrechtliche Hemmnisse gegen diese Tageszeitung rühren von der Nennung des Mediums im Verfassungsschutzbericht her. Das Protestschreiben stieß eine kleine Anfrage der Bundestagsfraktion Die Linke an die Bundesregierung an. Und die erläuterte in ihrer Antwort auf zehn Seiten, warum sie der Zeitung »den weiteren Nährboden entziehen« wolle: Die junge Welt sei »gesichert extremistisch«, weil marxistisch, »mithin nicht objektiv, sondern tendenziös«.

Im zweiten Teil der Broschüre werden das komplette Antwortschreiben der Bundesregierung sowie Reaktionen aus Medien, Organisationen und der Leserschaft der jungen Welt dokumentiert.

Wer ist hier Verfassungsfeind?
70 Jahre Grundgesetz. Eine Artikelserie von Otto Köhler
17 Jahre Nennung der jungen Welt im Verfassungsschutzbericht.
Dokumente, Kommentare und Stimmen zur geheimdienstlichen Beobachtung der jungen Welt

Verlag 8. Mai, Broschüre, 2., erweiterte und durchgesehene Auflage, 92 Seiten, 3,90 Euro

Der 17. Juni 1953
Fehlentscheidungen im Aufbau des Sozialismus und ihre ­Korrekturen. Eine vierteilige junge Welt-Serie von Jörg Roesler

»Volksaufstand oder Putschversuch?« Jörg Roeslers Analyse der Ereignisse des 17. Juni 1953 beginnt weit vor dem eigentlichen Datum. So sind die Schwierigkeiten beim im Juli 1952 beschlossenen Aufbau der Grundlagen des Sozialismus und eine verschärfte Sparpolitik der DDR-Führung ebenso Thema wie Republikflucht und die »Rollback«-Strategie des Westens.

Verlag 8. Mai, Broschüre, 38 Seiten, 3,00 Euro

Der Rauch verzieht sich
Der Reichstagsbrand, die Nazis und die deutsche Geschichtsschreibung. Beiträge aus der jungen Welt von Otto Köhler, Leo Schwarz sowie Alexander Bahar

Im Sommer 2019 wurde eine eidesstattliche Erklärung des ehemaligen SA-Mannes Hans-Martin Lennings aus dem Jahr 1955 bekannt: Der Reichstag habe schon gebrannt, als er mit Spießgesellen den beschuldigten und dann zum Tode verurteilten Marinus van der Lubbe zum Gebäude gefahren hätten. Der Niederländer konnte unmöglich der Brandstifter sein. Autoren der jungen Welt widersprachen der »Einzeltäterthese« seit langem.

Verlag 8. Mai, Broschüre, 44 Seiten, 3,00 Euro

Wladimir Iljitsch Lenin
Staat und Revolution

Der zweite Band der im Verlag 8. Mai erscheinenden historisch-kritischen Neuausgaben von Lenin-Werken befasst sich mit der im August/September 1917 in der Illegalität entstandenen Schrift »Staat und Revolution« und der Vorarbeit dazu: »Der Marxismus über den Staat«. Darin untersucht Lenin das Wesen des bürgerlichen Staates, die Diktatur des Proletariats und das Absterben des Staates im Kommunismus. Mit Essays von Hermann Klenner und Wolfgang Küttler, herausgegeben und kommentiert von Wladislaw Hedeler, Volker Külow und Manfred Neuhaus.

Verlag 8. Mai, Hardcover, 483 Seiten, 24,90 Euro

Wladimir Iljitsch Lenin
Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus

Im Februar 1916 formulierte in Zürich der russische Emigrant W. I. Lenin eines seiner wirkungsmächtigsten Werke. Das mit Rücksicht auf die Zensur geschriebene Werk konnte erst im Sommer 1917 nach dem Sturz von Zar Nikolaus II. in Petrograd legal erscheinen. Erstmals werden die Geschichte der Entstehung und Veröffentlichung des Werkes sowie der Personenkreis, mit dem Lenin in Verbindung stand, auf einer gesicherten Quellenbasis umfassend dargestellt. Mit Essays von Dietmar Dath und Christoph Türcke, herausgegeben von Wladislaw Hedeler und Volker Külow.

Verlag 8. Mai, Hardcover, 420 Seiten, 24,90 Euro

Lea Grundig
Kommunistisches Manifest
Elfteiliger Bildzyklus zum »Manifest der Kommunistischen Partei« von Karl Marx und Friedrich Engels. Mit einer Einleitung von Dietmar Dath und einem Nachwort von Andreas Wessel

In einem Keller in Bonn fand das Team des »Antiquariats Walter Markov« sechs Freigabemuster eines von der Grafikerin Lea Grundig (1906–1977) geplanten Zyklus für eine Sonderausgabe des »Manifests der Kommunistischen Partei«. Der Verlag 8. Mai nahm sich der Sache an und realisierte die Edition, die eigentlich schon 1967/68 erscheinen sollte. Andreas Wessel hat die Hintergründe für das Nichterscheinen erforscht und im Nachwort dieser Ausgabe zusammengefasst.

Verlag 8. Mai, 128 Seiten mit 11 farbigen Abbildungen, 22,90 Euro

Karl Marx/Friedrich Engels
»Ein Gespenst geht um in Europa …«
Rolf Becker liest das »Kommunistische Manifest«

Nun ist auch das Kommunistische Manifest in Form einer Scheibe erhältlich: Der Schauspieler Rolf Becker trägt das Werk von Karl Marx und Friedrich Engels vor. Dass es unterhaltsam und lehrreich zugleich ist, unterstreicht Becker durch seine hervorragende Vortrags- und Interpretationskunst. Ein Genuss für alle, die das Manifest längst kennen – aber auch für alle, die sich neu mit marxistischer Wissenschaft beschäftigen wollen.

Livemitschnitt der Veranstaltung am 3. März 2013 im Heimathafen Neukölln (Berlin),
Verlag 8. Mai, Doppel-CD, Gesamtlaufzeit: ca. 97 Minuten, 14,90 Euro

Mich rettet die Poesie
Konstantin Wecker – eine politische Nahaufnahme. Ein Film von Dror Dayan und Susann Witt-Stahl

Das M & R-Team traf den Musiker und Poeten in seinem Archiv in München, besuchte mit ihm das Deserteurdenkmal und Hrdlickas Mahnmal gegen den Krieg in Hamburg, begleitete ihn auch zu einem Soloauftritt. Entstanden ist ein politisches Porträt: mit Erinnerungen an Weggefährten und Gesprächen über die deutsche Vergangenheit, die neuen Kriege, Militarismus und Rüstungswahn, das wieder umtriebige Gespenst des Faschismus, Nekrophilie und Alltagsbarbarei des Kapitalismus. Dabei entfaltet Wecker seinen künstlerischen Gegenentwurf und verweist auf die utopischen Potentiale der Poesie.

Verlag 8. Mai, DVD, Laufzeit: ca. 47 Minuten, 9,90 Euro

Franz Josef Degenhardt
Freunde feiern sein Werk
Livemitschnitt des Konzerts im Berliner Ensemble

Ein Geburtstagskonzert sollte es eigentlich werden. Ein großer, auch bunter Abend für den wohl wichtigsten deutschen Liedermacher. Aber dann konnte Franz Josef Degenhardt sein 80. Lebensjahr leider doch nicht mehr vollenden, er starb am 14. November 2011. Und so standen sie am 19. Dezember fast vier Stunden lang zum Abschied auf der Bühne am Schiffbauerdamm vor ausverkauftem Haus: Max Prosa, Barbara Thalheim, Wiglaf Droste, Götz Widmann, Dota Kehr, Goetz Steeger, Kai Degenhardt, Frank Viehweg, Joana, Daniel Kahn, Konstantin Wecker, Prinz Chaos II., Jan Degenhardt, Hannes Wader und Gisela May.

Verlag 8. Mai, Doppel-CD, Laufzeit: ca. 158 Minuten, 19,90 Euro