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14.10.2020
Belletristik

Kasperl mit der Hakennase

Thomas Hettches kunstvoller Roman »Herzfaden« über die Augsburger Puppenkiste handelt von der Macht der Verdrängung in der frühen Bundesrepublik

Von Carsten Otte
Schon mit der Genrebezeichnung beginnt das Spiel mit dem Unwirklichen. Thomas Hettche bezeichnet »Herzfaden« als einen »Roman der Augsburger Puppenkiste«, und nach der Lektüre der ersten Seiten ahnen wir, dass es sich hierbei zumindest nur um die halbe Wahrheit handeln kann. Der gewiefte Autor lässt sein Buch im Backstage-Bereich beginnen, auf einer seltsamen Hinterbühne, in einer anderen Welt, in der die Marionetten nicht nur vom Geschick der Puppenspieler abhängen...

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