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Dezentralisierung

Mit verschiedenen Aspekten der »Verbetrieblichung«, der Verlagerung von Tarifregelungen auf die Ebene des einzelnen Betriebs, beschäftigt sich auch eine aktuelle Ausgabe der im Hampp-Verlag erscheinenden Wissenschaftszeitschrift Industrielle Beziehungen. Daß dieses Thema unter Wissenschaftlern kontrovers diskutiert wird, dokumentiert der Bericht über eine Tagung an der Uni Jena. Darin wird Thomas Haipeter von der Uni Duisburg-Essen mit der Einschätzung zitiert, den Gewerkschaften gelinge es zunehmend, »die mit der Vereinbarung von Tariföffnungen verbundene Dezentralisierung zu kontrollieren«. In dem gleichen Beitrag wird allerdings auch die These von Britta Rehder vom Kölner Max-Planck-Institut dargestellt, der zufolge die Betriebsräte durch die Aushandlung betrieblicher »Bündnisse für Arbeit« zunehmend Legitimitätsdefiziten ausgesetzt sind.

Auch für viele Gewerkschaftsaktive sind solch wissenschaftliche Debatten sicherlich von großem Interesse. Allerdings sind die Texte oftmals schwer verständlich. Abhilfe könnte beispielsweise das soeben im VS Verlag erschienene »Lexikon zur Soziologie« schaffen. Dieses hat allerdings den Nachteil, daß sich zu den Stichworten keine Hinweise auf weiterführende Literatur finden.
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Industrielle Beziehungen – Zeitschrift für Arbeit, Organisa­tion und Management. Jg. 14, Heft 4, 2007. Mering: Hampp Verlag. Jahresabo (vier Ausgaben): 60 Euro. ISSN: 0943-2779

Werner Fuchs-Heinritz u.a. (Hrsg.): Lexikon zur Soziologie. 4., grundlegend überarbeitete Auflage. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2007, 748 Seiten, 39,90 Euro. ISBN: 978-3-531-15573-9

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Erschienen in der Ausgabe vom 22.01.2008, Seite 15, Betrieb & Gewerkschaft

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