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Aus: Ausgabe vom 18.01.2008, Seite 6 / Ausland

Erneut Tote bei Protestdemonstrationen in Kenia

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Nairobi. Bei neuen Protesten der kenianischen Opposition gegen Präsident Mwai Kibaki hat die Polizei zwei Menschen erschossen. Das verlautete am Donnerstag aus Kreisen internationaler humanitärer Helfer in Nairobi. Am Morgen war die Polizei demnach mit Warnschüssen und Tränengas gegen eine Gruppe von rund hundert Demonstranten im Elendsviertel Mathare vorgegangen, die gegen das Ergebnis der Präsidentschaftswahl vom 27. Dezember auf die Straßen gegangen waren. Einige Demonstranten hielten Macheten hoch und bewarfen die Polizisten mit Steinen. Bereits am Mittwoch waren in der Stadt Kisumu, einer Hochburg der Opposition, bei Demonstrationen mindestens vier Menschen von Polizeieinheiten erschossen worden.

Oppositionsführer Raila Odinga, der die Präsidentenwahl Ende Dezember nach amtlichen Angaben knapp verlor, hatte zu dreitägigen Aktionen aufgerufen. Seit Beginn der Unruhen vor rund zwei Wochen sind mehr als 600 Menschen ums Leben gekommen.

Die Vereinten Nationen riefen zur Hilfe für die Opfer auf. Von den Auswirkungen der Gewalt im Anschluß an die Präsidentenwahl vom 27. Dezember seien 500000 Menschen betroffen, sagte der UN-Koordinator für humanitäre Hilfe, John Holmes, in New York. Um sie mit Nahrung, Unterkunft, Medikamenten und anderen lebenswichtigen Gütern zu versorgen, seien 42 Millionen Dollar (28,4 Millionen Euro) erforderlich. 250000 Kenianer sind nach Angaben von Holmes aufgrund der Gewalt aus ihren Häusern geflohen.

(AP/jW)

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