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Stefan Aust überschätzt

Die Entmachtung des Spiegel-Chefredakteurs Stefan Aust sei »von langer Hand geplant« gewesen, raunt der frühere Stern-Chef Michael Jürgs in der Januar-Ausgabe des Magazins journalist. Allgemein unterschätzt würden die Rollen des Verlags Gruner+Jahr, des vor Jahresfrist inthronisierten Geschäftsführers Mario Frank und des Verlagsleiters Fried von Bismarck. Mit Verweis auf die Außendarstellung des Machtwechsels spricht Jürgs den Strippenziehern jegliche Kompetenz ab: »Bevor man so einen Mann weghaut, muß man einen neuen an der Hand haben, sonst ist man unfähig.« Was man sonst nämlich macht, ist eine »saudumme, zudem geschäftsschädigende Demontage«. Nun ja. Wichtigtuerisch vorgebrachte Banalitäten sind das, aber deshalb nicht unwahr. Im übrigen ticken Typen wie Jürgs nach dem Führerprinzip. Sie himmeln gerne jeden an, der mächtig genug dafür scheint. Und so hat Aust in der Jürgs-Welt wöchentlich um die 300 000 Magazine persönlich verkloppt: »Eine Auflage von 700 000 schaffen die Spiegel-Redakteure jede Woche auch allein. Um über eine Million zu kommen, brauchen sie einen Chefredakteur mit dem richtigen Gespür.« Für Titten- und Hitler-Bilder zum Beispiel.

(ots/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 04.01.2008, Seite 12, Feuilleton

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