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Holzmafia in Honduras

Ein am 13. September vom Parlament in Honduras grundsätzlich angenommenes Gesetz zum Waldschutz ist noch nicht von Sachverständigen geprüft. Offiziell ist der Umfang des Textes für die Verzögerung verantwortlich. Viele meinen, daß die mafiöse Holzindustrie das Verfahren verzögert.

Das Gesetz hält unter anderem die Beteiligung der Gemeinden an Beschlüssen zu Waldschutz und -nutzung fest und belegt Umweltverbrechen mit Haftstrafen von bis zu 15 Jahren. Die in London ansässige Environmental Investigation Agency (EIA) hat den illegalen Einschlag in Honduras ermittelt. Die jährlichen Holzexporte in die USA haben ihr zufolge nicht den offiziellen Wert von drei Millionen US-Dollar, tatsächlich seien es 6,8 Millionen. Die Ausfuhr nach Großbritannien schlage mit 1,6 Millionen statt offiziell 100000 Dollar zu Buche, die nach Spanien mit 2,6 statt 1,3 Millionen.

Der Kodifizierungsprozeß liegt in den Händen des Nationalen Instituts für Waldschutz und -entwicklung (ICF), das nach dem neuen Gesetz an die Stelle der Waldbehörde COHDEFOR treten wird. Für den Fall, daß COHDEFOR-Chef Ramón Álvarez zum ICF-Leiter gemacht wird, sind Proteste von Umweltaktivisten angekündigt.


COHDEFOR gehört laut einer EIA-Untersuchung von 2005 zur honduranischen Holzmafia, wie etliche Politiker und Polizisten, Lkw-Fahrer und die Waldarbeiter, Holzunternehmen und Sägewerke. Namentlich nennt der EIA-Bericht die Holzunternehmen José Lamas SRL, Maderas Noriega, Sansone, Serma, Derimasa und Yodeco. Zu ihren Abnehmern in den USA und in Europa gehören Aljoma Lumber, Home Depot und Intergro.

Der EIA-Studie zufolge wird sogar ein Biosphärenreservat illegal abgeholzt. 80 Prozent der Mahagoni-Bäume und 50 Prozent der Pinien seien 2004 illegal geschlagen worden.

(ips/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 08.11.2007, Seite 15, Natur & Wissenschaft

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