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Erinnerung an 12000 Kinder

Berlin/Oswiecim. Mit einer Zugstafette wollen deutsche Bürgerinitiativen an die Deportationen von über 12 000 jüdischen Kindern und an die Verschleppung Jugendlicher aus zahlreichen anderen Opfergruppen während des Faschismus erinnern. Der Zug soll im Herbst auf der Strecke der früheren Deportationen der Reichsbahn verkehren und die Heimatstädte der verschollenen Kinder ansteuern. Eine mobile Ausstellung, die das Deportationsschicksal in mehreren Waggons darstellt, soll insbesondere Jugendliche zur Spurensuche nach Lebenszeugnissen der deportierten Kinder anregen. Als Haltebahnhöfe sind bisher Stationen in Baden-Württemberg, Hessen,  Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt und  Sachsen vorgesehen. Der Verein »Zug der Erinnerung« will die gesammelten Fotos, Archivbelege und mündlichen Berichte am Ende der mehrmonatigen Zugreise mit einer Delegation von Görlitz zur Gedenkstätte Auschwitz bringen.
Der »Zug der Erinnerung« ist die Fortsetzung der Bemühungen, eine in französischen Bahnhöfen gezeigte Ausstellung über die jugendlichen Opfer der Deportationsverbrechen auch auf die deutschen Bahnhöfe zu bringen. Die Bahn-AG hatte sich geweigert, die Bahnhöfe für die Ausstellung zu öffnen. Nach zahlreichen Kundgebungen und Protesten stellte das Berliner Verkehrsministerium im vergangen Dezember eine Ausstellung der Bahn AG in Aussicht, die im kommenden Jahr gezeigt werden soll.(jW)
zug-der-erinnerung.de
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Erschienen in der Ausgabe vom 18.07.2007, Seite 15, Antifaschismus

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