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Aus: Ausgabe vom 29.12.2006, Seite 12 / Feuilleton

Zonenkoller

Sachsens stellvertretender CDU-Vorsitzender Steffen Flath übt heftige Kritik an der Union. Anders als die Parteichefin Angela Merkel in ihrer Antrittsrede als Bundeskanzlerin im Herbst 2005 angekündigt habe, »wagt die CDU nicht mehr Freiheit, sondern es passiert das ganze Gegenteil«, sagte Flath in Dresden. Dabei komme es ihm zuweilen vor, als ob »manche in der Union die DDR wiederauferstehen lassen« wollten. Namentlich nannte er in diesem Zusammenhang die Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU). Aus seiner Sicht gibt es einen fundamentalen Widerspruch zwischen Merkels Motto »Mehr Freiheit wagen« und »dem täglichen Gerede zum Beispiel von Frau von der Leyen«, der Staat könne Defizite etwa von Elternhäusern beseitigen: »Das wird der Staat nie hinbekommen.« Dies sei mit dem Scheitern des Modells der DDR bewiesen worden. »Ich empfehle, endlich die DDR-Zeit aufzuarbeiten«, riet er Frau von der Leyen.

So würden wissenschaftliche Erkenntnisse von der CDU inzwischen einfach ad acta gelegt, in denen etwa die negativen Folgen eines zu zeitigen Besuchs der Kinderkrippe beschrieben wurden. »Das SED-System hat die Eltern gezwungen, ihre Kinder in Krippen zu geben«, sagte der CDU-Politiker. Kinder, die früh aus der Obhut der Mutter gerissen würden, entwickelten Bindungsschwäche oder gar Bindungsunfähigkeit, weiß dagegen Flath und erkennt darin die Folgen von staatlichem Dirigismus.


(ddp/jW)

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