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14.11.2006
- → Feuilleton
Neuenfels bedroht
So kann es gehen. Hans Neuenfels, Regisseur des Lieblingsstücks des freien Westens, der temporär abgesetzten »Idomeneo«-Inszenierung an der Deutschen Oper Berlin, erhält nach eigenem Bekunden anonyme Gewaltankündigungen. »Jetzt kommen die Drohbriefe, die vor dem Rückzieher der Intendantin nie kamen«, sagte Neuenfels dem Focus. »Die fordern mich eindringlich auf, den Schluß zu ändern«, fügte der Regisseur hinzu. Vier Faxe habe er auf seinem privaten Anschluß erhalten, seit die Chefin der Deutschen Oper, Kirsten Harms, das Mozart-Stück für Dezember wieder auf den Spielplan gesetzt hat. Harms hatte Neuenfels’ Inszenierung, an deren Ende der Prophet Mohammed und weitere Religionsführer enthauptet werden, im September wegen polizeilich befürchteter islamistischer Attentate abgesagt. Jetzt soll die Oper am 18. Dezember erstmals wieder zu sehen sein.
(ddp/jW)
(ddp/jW)
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