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Kohle bleibt weiter am Staatstropf

Kamp-Lintfort. Vizekanzler Franz Müntefering (SPD) hält den deutschen Steinkohlebergbau auch in Zukunft für existenzfähig. Vor mehreren hundert Bergleuten versicherte er am Sonntag auf der Betriebsversammlung des Bergwerks West in Kamp-Lintfort, die Subventionen für die Kohle stünden »bis 2012« zur Verfügung. Zugleich sprach er sich dafür aus, daß eine Perspektive bis 2018 und darüber hinaus gefunden werden müsse.

Die nordrhein-westfälische Landesregierung prüft derweil eine Beteiligung am letzten deutschen Steinkohleförderer RAG in Höhe von 25 bis 30 Prozent der Aktien. Damit hoffe man, »die Arbeitsplätze im Ruhrgebiet zu sichern«, sagte Wirtschaftsministerin Christa Thoben (CDU) der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (Samstagausgabe). Derzeit sind die Konzerne Arcelor, Thyssen-Krupp, E.on und RWE Eigentümer des Mischkonzerns der demnächst an die Börse gehen soll. Thoben betonte, in den letzten Jahrzehnten seien 128 Milliarden Euro an Subventionen in den Kohlebergbau geflossen, weshalb die RAG »eigentlich den Bürgern« gehöre.


(ddp/AFP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 25.09.2006, Seite 9, Kapital & Arbeit

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