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Afrikanische Soldaten bleiben in Darfur – vorerst

Entscheidung am Rande der UN-Generalversammlung

Foto: AP
New York. Einen kleinen Erfolg verbuchten die Gegner eines US-dominierten UN-Truppeneinsatzes im sudanesischen Darfur am Mittwoch in New York. Die über 7000 Soldaten der Afrikanischen Union (AU), die seit anderthalb Jahren in der Krisenprovinz  stationiert sind, bleiben dort im Rahmen der AU-Mission im Sudan vorerst bis Ende des Jahres. Damit solle sichergestellt werden, daß in der Westprovinz weiterhin internationale Soldaten präsent seien, sagte der Vorsitzende des Friedens- und Sicherheitsrats der AU und Präsident von Burkina Faso, Blaise Compaore. Die UN würden nunmehr den verlängerten Einsatz logistisch und mit Material unterstützen.

Wie verlautete, wurde die Entscheidung während einer Sitzung des AU-Gremiums am Rande der UN-Vollversammlung getroffen, an der auch UN-Generalsekretär Kofi Annan und Sudans Präsident Omar Al Baschir teilnahmen. Al Baschir hatte zuvor mehrfach deutlich gemacht, daß der Sudan unter keinen Umständen UN-Truppen in der Provinz akzeptieren werde. Statt dessen solle die bestehende AU-Friedensmis­sion unterstützt werden. Die Situation in Darfur werde von Menschenrechtsgruppen übertrieben dargestellt, sagte Sudans Präsident weiter. Es sei eine Lüge, daß sudanesische Araber gegen sudanesische Afrikaner vorgingen.

Zuvor hatte US-Präsident George W. Bush in der Generaldebatte der Vereinten Nationen von einem »Völkermord« in Darfur gesprochen und seine bekannte Forderung nach umgehender Truppenentsendung unter UN-Flagge ebenso wiederholt wie die Behauptung, die AU-Friedenstruppe sei »nicht stark genug«. Daß die afrikanische Truppe bis dato weitgehend von – fest zugesagten – internationalen Geldern abgeschnitten wird, erwähnte ­Bush nicht.

(AFP/AP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 22.09.2006, Seite 6, Ausland

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