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Aus: Ausgabe vom 16.08.2006, Seite 2 / Inland

Kompromißsuche in Düsseldorf

Tarifverhandlungen für Klinikärzte bislang ohne Ergebnis. Streiks fortgesetzt
Bei den Tarifverhandlungen für die Ärzte an kommunalen Kliniken zeichnete sich am Dienstag nachmittag zu Redaktionsschluß immer noch kein Durchbruch ab. Die Einigungschancen stünden »50 zu 50«, sagte ein Sprecher des Marburger Bundes (MB) am Rande der Gespräche in Düsseldorf. Diese wurden am Dienstag zunächst in getrennten Runden fortgesetzt, nachdem sie nach einem 13stündigen nächtlichen Verhandlungsmarathon vorübergehend unterbrochen worden waren.

MB-Sprecher Athanasios Drougias betonte, der weitere Verlauf der Verhandlungen sei »völlig offen«. Die Ärzteorganisation fordert für die rund 70000 Mediziner an den etwa 700 kommunalen Kliniken einen Tarifvertrag, der sich an der Mitte Juni erzielten Übereinkunft für die Unikliniken orientiert. Dort hatte der MB nach eigenen Angaben unter anderem Einkommenszuwächse zwischen 16 und 20 Prozent durchgesetzt. Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) legte ihrem Verhandlungsführer Otto Foit zufolge bei den Gesprächen am Dienstag zunächst kein neues Angebot vor. Der Marburger Bund betonte allerdings, es werde über »interessante Zahlen« verhandelt. Zu Details äußerten sich beide Seiten zunächst nicht.

Unterdessen setzten die Ärzte ihren seit mehr als sieben Wochen andauernden Streik unvermindert fort. Laut Marburger Bund beteiligten sich am Dienstag 16500 Ärzte in 172 Kliniken an dem Ausstand. Die Schwerpunkte lagen in Bayern, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Niedersachsen. Der MB wertete die Beteiligung als »klares Signal« an die VKA, der Forderung nach einem arztspezifischen Tarifvertrag »mit angemessener Bezahlung« nachzukommen. Die Tarifgespräche waren vor vier Wochen zunächst abgebrochen worden. Die VKA hatte daraufhin mit der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di einen Tarifvertrag unterzeichnet, der allen Beschäftigten der kommunalen Kliniken leichte Verbesserungen beschert. Der Marburger Bund lehnt diesen Vertrag jedoch vehement ab und fordert einen separaten Ärztetarif.

(AFP/ddp/jW)