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04.08.2006
- → Feuilleton
Rhoades tot
Der ewige Jung- und Skandalstar der US-amerikanischen Installationskunst Jason Rhoades erlag am Dienstag in Los Angeles im Alter von 41 Jahren einem Herzinfarkt. Sein Werk war von einem eigenen vulgären Humor getragen: 2001 ließ er in Frankfurt/Main durch Kevin-Costner-Filme »verstrahlte« Frauen Gemüse in Dosen abfüllen, das mit einer »Kevin-Essenz« (Öl, Mohrrüben und Knoblauch) versehen war. 2004 errichtete er in St. Gallen eine komplexe »Muschi-Moschee« um Immanuel Kant (»cunt« = »Muschi« bzw. »Arschloch«) zu huldigen. In unserer Zeitung hieß es über eine Rhoades-Installation in der Berliner »Collection« des Nazierben Friedrich Christian Flick: »So ähnlich muß sich Bulimie anfühlen, dachte ich beim Betreten der großen Halle mit den Jason-Rhoades-Exponaten. Und dann eine spontane Anwandlung – Ansichten, gegen die ich ein Leben lang argumentiert habe: Was soll bloß der ganze Müll hier? Da wird ein bißchen Schrott gesammelt, da werden Muschis gezeigt – keinerlei neue Erkenntnisse.«
(jW)
(jW)
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