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23.06.2006
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No Testosteron
Männer mit großem Ego beginnen gerne Kriege, verlieren sie dann aber auch oft. Forscher der Universität Princeton im US-Bundesstaat New Jersey wiesen dies durch einen Versuch mit 200 Männern und Frauen nach, wie das britische Wissenschaftsmagazin Proceedings of the Royal Society berichtet. Dazu wurde mit Hilfe eines Computerspiels die Frage untersucht, ob eine »optimistische Grundhaltung« Kriege begünstige. In dem Computerspiel übernahm jede Testperson die Rolle des Führers eines fiktiven Landes, das sich wegen eines umstrittenen Diamantenvorkommens in einem Grenzkonflikt mit dem Nachbarstaat befindet. Gewinnen konnte das Spiel, wer entweder durch Verhandlungsgeschick Reichtum anhäufte oder seinen Nachbarn mit militärischen Mitteln besiegte. Männer brachen dabei fünfmal häufiger als Frauen ohne Provokation Kriege vom Zaun. Bei späteren Persönlichkeitsbewertungen zeigten diese aggressiven Männer grundsätzlich eine hohe Tendenz zu narzißtischem Verhalten. Eine vorherige Selbsteinstufung der Versuchspersonen zeigte: Je besser sie sich einschätzten, desto schlechter schnitten sie ab. Anders als oft angenommen spielte demnach der Testosteron-Spiegel bei den Kriegsentscheidungen keine Rolle. Tests vor dem Spiel zeigten bei dem Sexualhormon keine deutlichen Unterschiede zwischen kriegerischen und friedfertigen Spielern. (AFP/jW)
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