Zum Inhalt der Seite

Neandertaler ohne Verkehr

Seit dem Fund eines Schädels im August 1856 im Neandertal bei Düsseldorf galten Neandertaler (Homo neanderthalensis) mehr als ein Jahrhundert lang als direkte Vorfahren der heutigen Menschen (Homo sapiens). Das ist jetzt endgültig widerlegt. Neandertaler paarten sich nicht mit Menschen-Vorfahren, wie französische Forscher mit Hilfe eines Gentests am ältesten bekannten Neandertaler-Fossil belegten. Die Studie von Catherine Hänni und ihrem Team wurde am Mittwoch in der Zeitschrift Current Biology veröffentlicht. Sie stützt die zwischenzeitlich gewonnene Erkenntnis, daß die Neandertaler vor knapp 30000 Jahren ausstarben, ohne Nachkommen zu hinterlassen. Die seßhaften, stämmigen Neandertaler wurden durch die wendigeren Cro-Magnon-Menschen verdrängt, die vermutlich aus dem Mittleren Osten nach Europa eingewandert waren und sich dort besser an die Eiszeit anpaßten. Erst im Mai hatte eine Studie von Eric Lander (Uni Harvard) und anderen Gen-Forschern ergeben, daß weit ältere Vorfahren der heutigen Menschen und Schimpansen Millionen von Jahren nebeneinander gelebt und sich auch gepaart hatten. Beide Arten gingen wohl erst vor etwa 1,2 Millionen Jahren endgültig getrennte Wege. Für die Studie hatten Lander und Kollegen Gen-Schlüsselsequenzen verglichen.

(AFP/jW)

→ Sie können uns auch mit einer Spende unterstützen
Erschienen in der Ausgabe vom 08.06.2006, Seite 15, Feuilleton

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!