Zum Inhalt der Seite

Sorbonne unter Polizeibewachung

Paris/Bordeaux. Nach dem Kampf gegen die Abschaffung des Kündigungsschutzes ist der Lehrbetrieb an der Pariser Sorbonne-Universität am Montag wieder angelaufen. Der Eingang der traditionsreichen Hochschule im Herzen der französischen Hauptstadt wurde allerdings durch mobile Gendarmerieeinheiten abgeriegelt, eingelassen wurden nur Studenten und Personal mit gültigen Ausweisen. Auf dem Sorbonne-Platz forderten unbeugsame Studenten mit Flugblättern von der bürgerlichen Regierung die Rücknahme weiterer Arbeitsmarkt-Reformen.

Die Sorbonne war nach einer gewaltsam beendeten Besetzung seit dem 11. März geschlossen gewesen. Es war die längste Unterbrechung des Lehrbetriebes im Quartier Latin seit den Studentenrevolten von 1968, als die Sorbonne Zentrum der Proteste gewesen war. In der weiter teilweise besetzten Universität Bordeaux III kamen am Wochenende Studentenvertreter aus ganz Frankreich hinter verschlossenen Türen zusammen. Eine Sprecherin sagte anschließend, die Beteiligung an den Protesten sei nach der Rücknahme des Erstanstellungsvertrages CPE zwar gesunken. Es habe aber »keinen Sinn aufzuhören«.

(AFP/jW)

junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 25.04.2006, Seite 7, Ausland

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!