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Protest gegen Terminator-Technologie

Auf der UN-Biodiversitätskonvention in Curitiba soll Moratorium aufgeweicht werden

Auf der Vertragsstaatenkonferenz der UN-Biodiversitätskonvention, die heute in Curitiba (Brasilien) beginnt, steht das Moratorium bei der gewerblichen Nutzung der sogenannten Terminator-Technologie im Mittelpunkt. Mehrere westliche Regierungen fordern eine Aufweichung des bisherigen Moratoriums durch die Einführung einer Einzelfallregelung. Gegen diese Pläne protestiert das deutsche Kampagnenbündnis »Freie Saat statt tote Ernte« entschieden. Die 33 Trägerorganisationen fordern statt dessen die Aufrechterhaltung des Moratoriums und setzen sich für ein weltweites, dauerhaftes Verbot ein.

»Die Terminator-Technologie nimmt Bauern das Recht zur Selbstversorgung mit Saatgut. So wird deren Selbstversorgung gefährdet und das Menschenrecht auf Nahrung erheblich geschwächt«, sagte Andreas Bauer vom Umweltinstitut München. Sinn der Terminator-Technologie sei es, Pflanzen zu produzieren, deren Samen nicht mehr keimfähig sind, so daß die Bauern gezwungen sind, jedes Jahr aufs Neue bei den Saatgutkonzernen einzukaufen. Heute werden noch 80 Prozent des Saatguts von den Bauern selbst erzeugt.

Die Kampagne hat daher in den letzten Wochen Tausende Unterschriften gegen die Terminator-Technologie gesammelt, die vor wenigen Tagen dem Bundesumweltministerium übergeben wurden. Am Verhandlungsort in Curitiba wollen am Dienstag Tausende von Bauern für die Aufrechterhaltung des Moratoriums demonstrieren. (ots/jW)



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Erschienen in der Ausgabe vom 21.03.2006, Seite 9, Ausland

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