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Straßenschlachten wegen Karikaturen

Maiduguri/Tripolis. Die Massendemonstrationen gegen die Mohammed-Karikaturen hielten auch am Wochenende an. Dabei starben in Nigeria am Samstag bei Übergriffen auf christliche Kirchen mindestens 15 Menschen. Bereits am Freitag abend waren in Libyen bei einer Kundgebung vor einem italienischen Konsulat elf Teilnehmer von der Polizei erschossen worden. In Pakistan (Foto aus Hyderabad) lieferte sich die Polizei am Sonntag Straßenschlachten. In Istanbul gingen am Sonntag Zehntausende gegen die Karikaturen auf die Straße. In London beteiligten sich am Samstag über 15 000 Muslime an einem Protestmarsch.

Die Proteste in Libyen waren eine Reaktion auf einen provokativen Auftritt des italienischen Reformministers Roberto Calderoli, der am Freitag in einer Fernsehsendung sein Hemd aufgeknöpft und ein T-Shirt gezeigt hatte, auf dem die umstrittenen Karikaturen abgedruckt waren. Am Samstag trat Calderoli zurück.


(AP/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 20.02.2006, Seite 1, Ausland

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