Zum Inhalt der Seite

Labour gegen Blair-Gesetz

London. Der britische Premierminister Anthony Blair ist im Parlament mit seinem Gesetzentwurf gegen »religiösen Extremismus« am Widerstand seiner eigenen Partei gescheitert. Bei zwei Abstimmungen im Londoner Unterhaus am Dienstag abend verfehlte der Entwurf die erforderliche Mehrheit, obwohl Blairs Labour-Partei die meisten Abgeordneten stellt. Zahlreiche Labour-Abgeordnete verweigerten Blair die Gefolgschaft, weil sie durch den Gesetzentwurf das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung in Gefahr sahen. Die geplante, antiislamisch angelegte Neuregelung sah Strafen für sogenannte Haßprediger vor, die sich »aufwiegelnder und hetzerischer Rhetorik« bedienen. Die oppositionellen Konservativen forderten Blairs Rücktritt.


(AFP/jW)

→ Sie können uns auch mit einer Spende unterstützen
Erschienen in der Ausgabe vom 02.02.2006, Seite 6, Ausland

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!