Russland: Flutkatastrophe im Nordkaukasus
Moskau/Machatschkala. Nach den schweren Regenfällen in der russischen Teilrepublik Dagestan ist die Zahl der Toten bei der Flutkatastrophe Behörden zufolge auf inzwischen sechs gestiegen. Mehr als 6.000 Menschen seien aus dem Überschwemmungsgebiet im Nordkaukasus in Sicherheit gebracht worden, sagte Russlands Zivilschutzminister Alexander Kurenkow. Er kündigte bei einer Videoschalte mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin an, dass in Kürze die Hochstufung der Notlage zu einem Ausnahmezustand von nationalem Ausmaß möglich sei. Grund sind auch neue drohende Fluten.
Durch die Hochstufung zu einer nationalen Notlage könnten die in der Region am Kaspischen Meer von dem Hochwasser betroffenen etwa 1,5 Millionen Menschen zusätzlich Hilfe bekommen. »Gegenwärtig sind in zehn Ortschaften in der Republik Dagestan noch mehr als 2.000 Wohnhäuser und Grundstücke überschwemmt«, sagte Minister Kurenkow.
Die Verwaltungen richteten Dutzende Notunterkünfte ein. »Die Lage bleibt weiterhin schwierig. Leider erhalten wir heute eine ungünstige Vorhersage für die kommenden Tage«, sagte Republikchef Sergej Melikow.
Meteorologen gaben eine weitere Unwetterwarnung für die Bergregion heraus und kündigten starke Regenfälle sowie eine dritte Hochwasserwelle für den 11. April an. Flüssen könnten weiter anschwellen, hieß es. Die Behörden warnten vor der Gefahr von Erdrutschen, Steinschlag und Schlammlawinen. Am Sonntag war an einem Stausee in der Region Derbent eine Mauer eingestürzt, das Wasser überflutete ganze Ortschaften.
Die heftigen Regenfälle machen den Menschen im Nordkaukasus schon seit Ende März zu schaffen. Die Überflutung auch von Umspannwerken führte zu Stromausfällen in vielen fast zwanzig Bezirken Dagestans. Mehr als 3.300 Menschen wurden bereits Ende März aus den überfluteten Gebieten in Sicherheit gebracht. (dpa/jW)
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