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Aus: Ausgabe vom 09.04.2026, Seite 11 / Feuilleton
Kino

Die Rache des Enterbten

Das leidige Remakeproblem: Die Krimikomödie »How to Make a Killing«
Von Marc Hairapetian
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Einer muss immer dran glauben

Was ist mit dem Familienvermögen der Redfellows geschehen?« möchte das abgebrühte Luder Barbara Steinway (Margaret Qualley) bei ihrer Stippvisite in einem vornehmen Bekleidungsgeschäft von ihrem Exfreund, dem dort als Verkäufer tätigen Becket Redfellow (Glen Powell), wissen. »Das erbe ich«, gibt dieser selbstbewusst von sich, um dann leise zu ergänzen: »Irgendwann …« Barbara verabschiedet sich sarkastisch: »Ruf mich an, wenn du sie alle umgelegt hast.« Was sie nicht ahnen kann: Becket in Gestalt des häufig als aalglatter Schönling besetzten Glen Powell, der in der Krimikomödie »How to Make a Killing – Todsicheres Erbe« (nicht zu verwechseln mit der französisch-belgischen Groteske »How to Make a Killing«) endlich einmal Ecken und Kanten zeigen darf, nimmt sie tatsächlich beim Wort …

Als Sohn von Mary (Nell Williams), der enterbten Erbin des Redfellow-Imperiums, sinnt er auf Rache. Um ans Geld zu kommen, muss er die sieben Verwandten, die in der Erbfolge vor ihm stehen, so diskret beseitigen, dass kein Verdacht auf ihn fällt. So kommt es, wie es kommen muss: Ein Verwandter nach dem anderen kommt bei vermeintlichen Unfällen um, bis Recht und Gesetz doch noch ihren Tribut fordern.

Gute Literatur verpflichtet: 1907 landete Roy Horniman mit seinem bissig-unterhaltsamen Roman »Israel Rank – Die Autobiographie eines Verbrechers« einen Achtungserfolg, der vier Jahrzehnte später Robert Hamer mit »Adel verpflichtet« (»Kind Hearts and Coronets«, 1949) zu einem der lustigsten britischen Filme aller Zeiten inspirierte. Während Dennis Price den charmanten Killer spielte, übernahm Alec Guinness darin gleich acht Rollen, nämlich die aller Familienmitglieder/aristokratischen Opfer, einschließlich der Lady Agatha D’Ascoyne.

So weit geht Regisseur und Drehbuchautor John Patton Ford bei seinem nach »Emily the Criminal« (2022) zweiten Langspielfilm dann doch nicht. Bei dem in die heutige Zeit versetzten Remake weiterer Remakes – man denke an die 1973 in Deutschland erstausgestrahlte, köstliche Folge »Adel vernichtet« der englischen TV-Serie »Die Zwei« oder Dieter Hallervordens »Didi und die Rache der Enterbten« von 1985 – werden die »sieben reichen Arschlöcher«, die »zwischen mir und 28 Milliarden Dollar stehen« (Glen Powell als Becket), von sieben verschiedenen Schauspielern verkörpert. Prominentester unter ihnen ist Ed Harris als arrogantes Familienoberhaupt Whitelaw Redfollow. Er ersetzte Wunschkandidat Mel Gibson. In diesem mordlustigen Reigen darf man also verständnisvoll mit dem Täter mitfiebern, den sogar kleine Gewissensbisse plagen, während er an seinem Stammbaum ein paar Zweige stutzt.

»How to Make a Killing – Todsicheres Erbe«, Regie: John Patton Ford, USA/UK 2026, 105 Min., Kinostart: heute

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