Ex-EU-Kommissar wehrt sich gegen Prozess zu Lumumba-Mord
Brüssel. Der ehemalige belgische Spitzenpolitiker und EU-Kommissar für Binnenmarkt, Étienne Davignon, hat Einspruch gegen einen Strafprozess wegen seiner mutmaßlichen Beteiligung an Kriegsverbrechen im Kongo eingelegt. Das teilte Johan Verbist, der Anwalt Davignons, der belgischen Nachrichtenagentur Belga am Freitag mit und verwies darauf, dass die entsprechenden Argumente noch nicht ausgearbeitet seien. Davignon wird vorgeworfen, 1961 als junger Diplomat die Ermordung des ersten Premierministers des Kongos, Patrice Lumumba, mitverantwortet zu haben, konkreter: Beteiligung an Kriegsverbrechen und unrechtmäßige Freiheitsberaubung. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft entschied die Ratskammer in Brüssel Mitte März, dass sich Davignon einem Strafprozess stellen muss. Belgien war unter Leopold II. Kolonialmacht im Kongo. Ein Sohn Lumumbas hatte vor etwa 15 Jahren eine Klage gegen rund ein Dutzend Belgier eingereicht. Davignon ist der einzige Angeklagte, der noch lebt. (dpa/jW)
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