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20.03.2026, 17:57:40 / Kapital & Arbeit
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Russland will Kuba in Wirtschaftskrise helfen

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Pferdekutschen und Fahrräder sind nicht von der Treibstoffkrise betroffen (Aguacate, 16.3.2026)

Moskau. Russland will Kuba nach eigenen Angaben unter die Arme greifen. Moskau diskutiere mit den »kubanischen Freunden« über »mögliche Optionen, Hilfe zu leisten«, sagte Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow am Freitag. Nähere Angaben machte er nicht. Der sozialistische Karibikstaat durchlebt derzeit die schlimmste Wirtschaftskrise seit mehr als 30 Jahren. Ursache ist vor allem die jahrzehntelange US-Blockade, die Anfang des Jahres noch einmal verschärft wurde.

Doch nach Angaben der auf die Ortung von Schiffsverkehr spezialisierten Website Windward befindet sich ein Tanker mit russischem Diesel derzeit auf dem Weg nach Kuba. Das unter der Flagge Hongkongs fahrende Schiff »Sea Horse« habe mutmaßlich rund 190.000 Barrel des Treibstoffs an Bord. Bei ungehinderter Fortsetzung seiner Fahrt werde der Tanker »in einigen Tagen« in Kuba eintreffen.

Nach Angaben des Analyseunternehmens Kpler befindet sich noch ein zweiter Tanker auf dem Weg nach Kuba: Der russische Frachter »Anatoli Kolodkin« habe 730.000 Barrel Rohöl an Bord, hatte die Firma am Mittwoch mitgeteilt. Seit dem 9. Januar ist kein Treibstoff mehr nach Kuba importiert worden.

Die USA hatten in der vergangenen Woche wegen des durch den Iran-Krieg ausgelösten Anstiegs der Ölpreise ihre Handelssanktionen gegen Russland gelockert. Für russische Öllieferungen an Kuba wie auch an die Demokratische Volksrepublik Korea gelten die Beschränkungen jedoch weiterhin in vollem Umfang, wie das Finanzministerium in Washington klarstellte.

Seit der Entführung des linken venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro und seiner Frau Cilia Flores durch das US-Militär Anfang Januar wurde kein Öl aus Venezuela mehr nach Kuba geliefert. Trump drohte überdies anderen Staaten mit Repressalien, sollten diese Treibstoffe an Kuba liefern. (AFP/jW)

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